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Werke > Koutsch-e Tarich


Der Lauf der Geschichte (oder Lauf der Wahrheit) ist eine kurdische Dichtung, die aus 341 Seiten und 9.265 Versen besteht und 1910 von Hadj Nemat verfasst wurde. Ähnlich wie das Buch der Könige der Wahrheit liegt der Hauptfokus auf den Manifestationen der Theophane von Anbeginn der Schöpfung bis zur Entstehung des Buchs im Jahre 1910. In seinem ihm eigenen Schreibstil spricht der Autor darin weiterführende Punkte an, die dem Leser einen besseren Überblick und ein tieferes Verständnis dieser Thematik vermitteln sollen. Um die aufeinanderfolgenden Manifestationen der Theophane in der materiellen Welt zu beschreiben, beginnt er mit dem Schöpfungsbericht: Wie Gott als erstes Gabriel erschaffen und instruiert hat, bevor er dann die anderen Erzengel erschuf und die gesamte Schöpfung in Bewegung setzte. Der Leser erfährt mehr über die Erschaffung der Menschen und ihre Vertreibung aus dem Paradies, sowie über Wesenheiten, die die Erde vor den Menschen bewohnten (Dschan und Bani-Dschan) und schließlich über die Geschichte von Satan (Iblis) und seine Verbannung. Anschließend erörtert der Autor die Verbreitung der menschlichen Rasse und die aufeinanderfolgenden Manifestationen von Gut und Böse – vom Anfang aller Zeiten bis zur Niederschrift dieses Buchs.

Neben der Hauptthese, die all seine Arbeiten durchzieht, spricht Hadj Nemat üblicherweise auch die folgenden Themen an: Prinzipien, Ratschläge, Traditionen, Prophezeiungen und Religion. Im vorliegenden Buch geht er auch auf historische und religiöse Ereignisse ein, auf die Schöpfungsgeschichte, auf biographische Eckpunkte seines eigenen Lebens und des Lebens seiner Kinder. Im Weiteren finden sich dort Andeutungen zu einer neuen Dynastie (Clan) innerhalb der Ahl-e Haqq und zum ursprünglichen Vertrag; es erfolgen Empfehlungen und Ratschläge in Hinblick auf die religiösen Vorschriften und die Anbetung des Göttlichen, auf das Meiden weltlicher Begierden und Versuchungen, und es gibt Erläuterungen zu den Theophanien sowie eine Reihe von Vorhersagen. Der Autor betont dabei, dass seine Niederschriften in dem wurzeln, was er von der spirituellen Welt hörte, und nicht Ausfluss akademischer Studien seien.

Ergänzend führt er in ein weiteres Werk ein, Forqan ol-Achbar [Beweis der Tradition], von dem er sagt, dass es als letzten Beweis der Religion alles enthalte, was in Bezug auf Vergangenheit und Zukunft, den ursprünglichen Vertrag, Gut und Böse, Prinzipien und Rituale der Wahrheit sowie in Bezug auf das Ganze und seine Teile (wortwörtlich „Universalien und Partikularien“) notwendig sei. Die Inhalte dieses Buchs, so der Autor, würden niemals veralten.


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